Jeep – die Urmutter aller Geländewagen

Jeep – die Urmutter aller Geländewagen
Jeep macht zunächst beim US-amerikanischen Militär, später auch in zivil Karriere, begleitet von zahlreichen Besitzerwechseln. Aktuell versucht Fiat, den angeschlagenen Konzern zu europäisieren.
 
Steile Karriere beim Militär
 
Ein allradgetriebenes, extrem geländegängiges Fahrzeug – das sind die Anforderungen des US-Kriegsministeriums 1940. Und mit dieser Ausschreibung sieht Willys-Overland seine letzte Chance, die drohende Konzernpleite abzuwenden. So wirft der US-amerikanische Konzern den „Willys MA“ ins Rennen.
 
Die Militärs sind begeistert vom leistungsstarken 60 PS-Motor. Nach einigen Überarbeitungen geht schließlich der „Willys MB“ an den Start. Insgesamt werden bis zum Sommer '45 rund 360.000 Fahrzeuge gefertigt. Für diese Massenproduktion holt man zusätzlich Ford ins Boot. Doch Ford stellt mit Kriegsende die Produktion der Willys MB ein, und Willys-Overland entwickelt den Geländewagen in Eigenregie weiter. Im Vietnamkrieg sind später zehntausende von ihnen im Einsatz.
 
Namenskunde
 
Mit dem CJ-2A startet der Konzern 1945 auch seine zivile Karriere. Vor allem bei Bauarbeitern und Farmern ist der „Civilian Jeep“ äußerst beliebt. Wie der „Jeep“ zu seinem Namen kam, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Eine Theorie führt „Jeep“ auf die Bezeichnung „General Purpose Vehicle“ (Allzweckfahrzeug), kurz GP, zurück. Die andere Erklärungsvariante leitet den Namen ab von „Eugene the Jeep“, einem Fantasiewesen aus dem Popeye-Comic, das fliegen und durch Wände gehen konnte.
 
Fröhliches Besitzerroulette
 
Willys-Overland vergrößert seine Jeep-Familie nach und nach. Ende der 1940er erscheint mit dem Station Waggon sogar ein komplett aus Stahl gefertigtes Fahrzeug. Es folgen ein sportlich offener Wagen, der Jeepster, Pick-up- und Truckvarianten – und ein ebenso variantenreicher Besitzerwechsel: 1953 übernimmt Kaiser Motors Willys-Overland, 1970 geht der Konzern an die American Motors Corporation, 1987 schluckt Chrysler die AMC. Mit der Ehe von Daimler und Chrysler 1998 wird Jeep kurzzeitig deutsch-amerikanische Tochter. Mit Ende der Konzern-Ehe 2007 bleibt Jeep in Amerika.
 
Neuzeit
 
In den 1990er-Jahren mischt Jeep mit seinen Showstars Wrangler, Cherokee und Grand Cherokee die Offroad-Szene auf. Doch dann sieht sich die Urmutter aller Geländewagen plötzlich mit einer völlig neuen Konkurrenz konfrontiert: In Europa lassen fast alle bedeutsamen Automobilhersteller SUVs vom Band laufen, die US-Ikone Jeep wird zum Nischenprodukt.
 
Inzwischen liegt Jeeps Verkaufsregie in der Hand von Fiat, Anteileigner bei Chrysler. Die Italiener wollen die angeschlagene Marke mit erweiterter Modellpalette und dem generalüberholten Flaggschiff Grand Cherokee europafit machen.
 
 
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