Lexus – in Amerika erfolgreich, hierzulande schwierig
Als Luxus-Tochter von Toyota geht Lexus 1988 an den Start, wird in Amerika prompt ein Erfolg, schwächelt aber nach wie vor auf dem deutschen Markt. Nun sollen die Edel-Japaner im Brüsseler Testzentrum europafit gemacht werden.
Big in Amerika
Lexus debütiert auf der Los Angeles Motor Show und wird vom Start weg ein riesiger Erfolg. Seit Jahren verteidigen die edlen Japaner ihr Standing, die Absatzzahlen sprechen für sich: Fast 230.000 Fahrzeuge bringt Lexus in 2010 an seine Kunden. In Deutschland zeigt sich die Premiummarke weit weniger erfolgreich.
Schwieriger Start in Deutschland
1990 startet Lexus auch in Deutschland, setzt anfangs nur ein paar hundert Exemplare ab, 2006 sind es immerhin gut 5.000 Fahrzeuge. Dennoch kommt der japanische Automobilkonzern hierzulande kaum gegen die heimische Premiumkonkurrenz aus München, Ingolstadt oder Stuttgart an. Und das, obwohl der Pionier-Lexus LS 400 die Fachwelt begeistert: 245 PS, V8-Motor, dazu kraftvolle, aber dennoch kultivierte Fahrleistungen. Der Preis von immerhin 87.650 Mark klingt zwar ambitioniert, doch dafür bekommt man den LS 400 mit Traktionskontrolle, Tempomat, Fahrer-Airbag, Klimaautomatik und HiFi-Anlage – eine bis dahin nicht gekannte Komplettausstattung.
Drei Jahre später schickt Lexus seinen GS ins Rennen, eine weitere Luxus-Limousine. 1998 folgt mit dem IS 200 dann ein „kleiner“ Luxussportler, und Ende 2000 steht mit dem RX 300 der erste SUV beim deutschen Lexus-Händler. Mit dem RX 300 steigen dann auch endlich die Absatzzahlen.
Das „h“-Tüpfelchen
2005 präsentiert Lexus den ersten Hybrid für den deutschen Markt: den RX 400h. Die verbrauchsreduzierte Technologie stammt vom Mutterkonzern und soll auch Lexus dicke Schlachtschiffe vergleichsweise „grün“ wirken lassen. Vor allem aber möchte man damit den CO2-Trumpf gegenüber der deutschen Premiumkonkurrenz ausspielen. Doch Lexus kämpft einen einsamen Kampf, denn heimische Edelmarken setzen zum damaligen Zeitpunkt auf effiziente Dieselmotoren. Und so können die Japaner mit den Hybridkonzepten zwar in Amerika punkten, nicht aber in Deutschland.
Ambitionierte Pläne
Speziell für den europäischen Markt konstruiert Lexus seinen CT 200h, ein kleineres Modell mit Hybridantrieb. Mitte 2012 soll dann die Neuauflage der Oberklassenlimousine GS folgen und der deutsche Premiumliga die Stirn bieten – doch dafür müssen die Japaner deutlich europäischer werden. Eigens zu diesem Zweck eröffnen die Japaner 2010 ein neues Testcenter vor den Toren Brüssels.