Maserati – Auf und Ab eines Automobilkonzerns

Maserati – Auf und Ab eines Automobilkonzerns
Maserati beginnt nicht – wie andere große Autobauer – mit Landmaschinen, Pfeffermühlen oder Webstühlen. Maserati startet mit Rennwagen, die Herz und Puls höher schlagen lassen – damals wie heute.
 
Unter Neptuns Schutz
 
Angriffslustig prangt das Firmenemblem, der Dreizack, am Kühlergrill der italienischen Rennwagen. Aber die Geschichte des Firmenwappens ist harmloser als man vermutet: Bologna, Heimatstadt von Maserati, schmückt ein jahrhundertealter Neptunbrunnen mit dem berühmten Dreizack. Und just hier eröffnen 1914 die Brüder Ernesto, Bindo und Ettore Maserati ihre erste Rennwagen-Werkstatt.
 
Nachdem Maserati 1926 bei der Targa Floria in der 1,5-Liter-Klasse der erste Klassensieg gelingt, feiern in den 1930er-Jahren auch zweisitzige Straßenfahrzeuge bei Maserati Premiere. Die Bezeichnung „Straßenfahrzeuge“ darf man allerdings nicht ganz so genau nehmen, denn die wenigen Modelle sind lediglich straßentauglich getrimmte Rennwagen für zahlungskräftige Interessenten.
 
Startschwierigkeiten
 
Erst 1947 bringt Maserati einen echten Straßenwagen auf den Markt – und scheitert prompt, denn das 1,5-Liter-Triebwerk des Sechsers kann mit 62 PS Sportwagenfans kaum begeistern. Die in den 1950ern produzierte, überarbeitete Variante des Sechsers, inklusive 100 PS-Triebwerk und stärkerem Drehmoment, wird erfolgreich.
 
Turbulenzen
 
Im Rennsport ist Maserati weiter stark: Der legendäre Rennfahrer Manuel Fangio holt sich 1957 mit einem 250F seinen fünften und letzten Formel 1-Sieg. Die Straßenkundschaft bekommt ab 1957 mit dem 3500 GT Touring und dem 3500 Sebering zwei der attraktivsten Sportwagen der damaligen Zeit.
 
Dennoch gerät Maserati in wirtschaftliche Turbulenzen und wird schließlich unter staatliche Aufsicht gestellt. 1967 gelingt mit dem Triebwerk für den Maserati-Cooper ein letzter Formel 1-Sieg, bevor die Mehrheitsrechte ein Jahr später an Citroën gehen.
 
In den 1980ern folgt der Besitzerwechsel zu De Tomaso. Maserati bringt das Mittelklassemodel Biturbo an den Start, das trotz anfänglicher Qualitätsmängel bis 1999 in diversen Varianten produziert wird. Der Biturbo erweist sich als Rettungsanker für Maserati, zumal sich die Hochleistungssportwagen aufgrund von Sicherheitsbestimmungen und hoher Besteuerung kaum noch an den Mann bringen lassen.
 
Aufwind
 
Dem 1991 produzierten Barchetta wird zwar die Straßenzulassung verweigert, dennoch findet er als umgebauter Rennwagen seinen Weg auf die Straße. 1993 übernimmt Fiat das Maserati-Ruder. 2007 feiern die italienischen Rennwagen ihre über 90-jährige Firmengeschichte mit mehr als 7.300 verkauften Fahrzeugen. Nach einem kurzen Umsatzminus im Rahmen der Wirtschaftskrise geht es mit dem Gran Turismo, dem Gran Cabrio und der Limousine Quattroporte wieder aufwärts. Ab 2013 soll ein SUV die kleine feine Modellpalette erweitern.
 
 
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