Vom Korkersatz über Maschinen zum Automobil – die Firmengeschichte von Mazda. Der Wankelmotor und ein Roadster namens MX-5 haben den Konzern nachhaltig geprägt.
Der Beginn: Korkersatz – Lastendreirad – Coupé
Als 1920 in Hiroshima die „Toyo Cork Kogyo Co. Ltd.“ startet, ist Kork eine gefragte Ressource und auf den Weltmärkten so knapp, dass die Produktion von Korkersatz ein lukratives Geschäft scheint. Ganz so glänzend entwickelt sich dieser Wirtschaftszweig dann doch nicht, und Firmenpräsident Jujiro Matsuda sattelt um – auf Maschinenbau. 1930 lässt er mit dem Lastendreirad „Mazda-Go“ sein Pionier-Fahrzeug entwickeln.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs spezialisiert sich das Unternehmen auf leichte Nutzerfahrzeuge und entwickelt 1960 als erstes Automobil den R360 – ein Zweisitzer-Coupé mit gerade einmal 400 kg Gewicht. Kurz darauf folgt der familientauglichere Carol, anfangs befeuert mittels Zweizylinder-Motor, später dann auch mit größerem 18-PS-Triebwerk.
Der Höhepunkt: Ära des Wankelmotors
1961 schließen die Japaner mit NSU einen Lizenzvertrag über die Nutzung und Weiterentwicklung des Wankelmotors und läuten damit eine neue Ära ein. Der Wankelmotor wird zum Alleinstellungsmerkmal von Mazda. 1967 steht mit dem S 110 Cosmo das erste Serienmodell mit Wankelmotor auf dem Markt.
Trotz einiger Probleme mit der verschleißanfälligen Technologie hält Mazda am Wankelmotor fest. Es folgen die beiden Sportwagen RX-7 und RX-8 und der Supersportler 787B. Ausgestattet mit einem 4-Rotoren-Wankelmotor, 700 PS und 9.000 U/min gewinnt Mazda 1991 mit dem 787B als erster japanischer Hersteller das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.
Das Highlight: Nummer 5 lebt
Ende der 1960er wagt Mazda den Sprung nach Europa und präsentiert sich auf der IAA. 1973 eröffnen die ersten Händler in Deutschland. Mazda geht den nächsten Schritt: 1989 stellen die Japaner ihren MX-5 auf der Detroit Motor Show vor und schreiben Firmen- und Automobilgeschichte. Der spitzige kleine Mazda MX-5 bietet mit seinem Stoffdach Roadsterfeeling pur und weckt nach langer Abstinenz wieder die Lust nach offenen Sportwagen.
Die aktuelle Modellpalette ist breit gefächert. Neben dem Kleinwagen Mazda2 und dem SUV-Crossover CX-7 bietet Mazda seinen MX-5 inzwischen in der dritten Generation. Highlights sind auch Design-Studien wie Kazamai, Kiyora oder Hakaze – hier übersetzt Mazda Linien und Muster von Mutter Natur in automobiles Design.
Mit Stand heute hat Mazda über 35 Millionen Fahrzeuge verkauft, ist aber noch immer nicht in die Top Ten der Automobilhersteller aufgerückt. Der Konzern aus Hiroshima hält weltweit einen Marktanteil von ca. 5%.
Autor: Sebastian Wegert