Am Beginn der Geschichte von Mercedes-Benz steht die beinahe legendäre Konkurrenz zwischen Gottlieb Daimler und Karl Friedrich Benz.
Benz gegen Daimler, Daimler gegen Benz
Die ersten Jahre von Mercedes-Benz sind geprägt vom Spiel Benz gegen Daimler, Daimler gegen Benz. Benz lässt sich 1886 erst seinen Motorenwagen Nummer 1, 1893 dann seine Achsschenkel-Lenkung patentieren. Ausgestattet mit dieser Lenkung wird der „Benz Victoria“ zum ersten großen Erfolg für den Autobauer.
Daimler entwickelt den ersten schnelllaufenden Benzinmotor, lässt sich sein Glührohr patentieren, verklagt Benz wegen Verletzung eben dieses Patents und bekommt vor Gericht Recht.
1897 bestellt der betuchte Geschäftsmann Emil Jellinek bei Daimler einen 6-PS-Riemenwagen mit Zwei-Zylindermotor und 24 km/h Höchstgeschwindigkeit. Als ihm das nicht mehr genügt, bekommt er 1898 die beiden „Phönix-Wagen“: 8-PS-Vierzylinder-Motor und bis zu 40 km/h schnell. Der Autofan ist begeistert, empfiehlt Daimler an gut betuchte Bekannte und meldet Daimler-Wagen unter dem Namen seiner Tochter Mercedes zu Rennsportveranstaltungen an. 1901 siegt der 35-PS-„Mercedes“ bei den Rennwochen in Nizza. Fortan steht der Name für Stärke und Zuverlässigkeit, und Daimler übernimmt ihn für seine Modelle. Der Stern als Markenemblem folgt 1909.
Frieden im Krieg
Mit der Wirtschaftskrise in den 1920ern bricht der Markt für Luxuswagen ein, Daimler und Benz kämpfen mit enormen finanziellen Schwierigkeiten und fusionieren schließlich 1926 zur Daimler-Benz-Aktiengesellschaft. Kurze Zeit später feiert Rennsportlegende Rudolf Caracciola in den Mercedes-Benz S-Modellen spektakuläre Erfolge.
In den Wirtschaftswunderjahren nach Kriegsende macht Mercedes-Benz vor allem mit Staatskarossen wie dem Mercedes-Benz 300 aus der Adenauer-Ära und Designlegenden wie dem 300 SL Coupé mit Flügeltüren von sich reden. Die Baureihe Mercedes-Benz W 111 – genannt „Heckflosse“ – wird mit festgelegten Knautschzonen und der hochfesten Fahrgastzelle 1959 zum Meilenstein für Fahrgastsicherheit.
Neuzeit
1997 wagen sich die Stuttgarter auf Neuland, schicken mit der A-Klasse erstmals einen kleinen Mercedes-Benz auf die Straße und scheitern kläglich. Im berühmten „Elchtest“ kippt der Wagen einfach um. Mercedes-Benz rüstet eilig das neu entwickelte ESP nach und stabilisiert die A-Klasse. Bis heute gilt der Automobilkonzern als Vorreiter für Komfort und Sicherheit und feiert weltweit Erfolge: Allein 2010 entschieden sich 1,2 Millionen Neukunden für einen Mercedes-Benz.
Autorin: Isabell Heidrich