Peugeot: von Pfeffer- und Kaffeemühlen zum Automobil

Peugeot: von Pfeffer- und Kaffeemühlen zum Automobil

Die Geschichte von Peugeot ist über 200 Jahre alt: vom Pfeffer- und Kaffeemühlenproduzenten zum Automobilbauer, der heute zur Top Ten auf dem internationalen Markt zählt.

 

Das Einzelstück
 
1889 baute der Urvater Armand Peugeot zusammen mit Léon Serpollet sein erstes Auto: den Serpollet-Peugeot, besser bekannt als „Type 1“, konzipiert als Dreirad mit Zwei-Zylinder-Dampfmaschine. Genau ein Exemplar bauten die beiden Franzosen, bevor sie den Dampfantrieb wieder verwarfen. „Typ 2“ kam mit Benzinmotor auf den Markt.
 
Der Verkaufsschlager
 
Bereits kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert war Peugeots erstes eigenes Triebwerk startklar. Es folgte eine recht schöpferische experimentelle Phase, in der die Franzosen verschiedenste Automobile entwickelten, mal mit zwei, mal mit fünf oder acht Sitzen. Innerhalb kurzer Zeit verkaufte Peugeot hunderte Fahrzeuge.
 
Der erste große Entwurf in Sachen Design gelingt 1912 mit dem Peugeot BP1, genannt „Baby“. Ettore Bugatti entwirft für Peugeots „Baby“ das passende Blechkleid und entwickelt damit eine eigene Formsprache, weg vom Pferdekutschendesign. Das Auto wird zum Kassenschlager. Über 3.000 Exemplare werden in der kurzen Zeit bis zum ersten Weltkrieg verkauft.
 
Das Lustobjekt
 
Produzierte Peugeot während des ersten Weltkriegs fast ausschließlich Fahrzeuge und Bomben für das französische Militär, ändert sich die „Modellpalette“ mit Kriegsende schlagartig. Peugeot präsentiert Mitte der 1930er „Eclipse“, ein extravagantes Cabriolet mit versenkbarem Metalldach für die betuchte Kundschaft.
 
Das Massenauto
 
Ab den 1950er-Jahren erweitern die Franzosen ihr Repertoire. Mit dem Peugeot 203 und 403 laufen auch kleinere Autos für die breite Masse vom Band; das Mittelklassemodell 403 findet – dank seiner Variantenvielfalt – auch außerhalb Frankreichs regen Zuspruch. Konsequent geht Peugeot den Weg nach Amerika und präsentiert 1960 sein Familienauto 404 der US-Kundschaft.
 
Gleichzeitig gewinnt die Rallye-Version des 404 viermal die Safari Rallye in Afrika. Die Straßenvariante für Jedermann wird zum Verkaufsschlager: 2,8 Millionen Stück verkauft Peugeot weltweit. Trotzdem floppt der Nachfolger des 404 in den USA. Als auch noch der 405 für massiv sinkende Verkaufszahlen sorgt, zieht sich Peugeot 1991 komplett aus Nordamerika zurück.
 
Ein Traumteam
 
Mitte der 1970er-Jahre folgt dann die Übernahme von Citroën – ein kluger Schachzug. Heute firmieren die beiden Marken unter dem Dach des PSA-Konzerns und rangieren unter den Top Ten der internationalen Automobilbauer. 2010 verkaufte der Konzern weltweit 3,6 Millionen Fahrzeuge. Von der strategischen Partnerschaft mit Mitsubishi kann, vor allem im Bereich Elektromobilität, einiges erwartet werden.

 
 
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