Renault – früh zum Weltruhm

Renault – früh zum Weltruhm
Neugier, Erfinder- und Entdeckergeist des jungen Firmengründer Louis Renault machen das französische Unternehmen im Nu weltbekannt. Heute gehört der Renault-Nissan-Konzern zu den Top Ten der Automobilbranche weltweit.
 
Früh übt sich
 
Bereits mit 11 Jahren tüftelt Louis Renault an einer Batterie. Mit 14 Jahren versteckt er sich im Tender einer Lokomotive, um deren Antrieb zu erkunden. Mit 21 Jahren kauft er sich einen Dion-Button ¾-PS-Wagen, ersetzt dessen Antrieb durch seinen eigenen, fährt mit dem Wagen durch Montmartre und bringt die Passanten zum Staunen: Mühelos bewältigt das Vehikel wieder und wieder die 13-prozentige Steigung der Rue Lepic. Noch am selben Abend erhält Renault Bauaufträge für 12 solcher Wagen.
 
Mit Taxen zu Weltruhm
 
In einem Schuppen auf dem Familien-Landsitz in Billancourt gründen Louis und Marcel Renault ihre eigene Firma, beschäftigen 1902 bereits 500 Mitarbeiter und verkaufen genauso viele Fahrzeuge. Die Brüder entwickeln einen 24-PS-Motor und melden das Patent für den ersten Turbolader an. Mit der Bestellung der Pariser Taxi-Innung über 250 Motor-Droschken fällt 1905 der Startschuss für die Serienproduktion. Kurze Zeit später eröffnen Renault-Niederlassungen in New York (1906), in Berlin (1907) und in Tokio (1910).
 
Kurz nach Kriegsende führt Renault, inspiriert durch einen Besuch bei Henry Ford, als Erster außerhalb der USA die Fließbandarbeit ein. Damit produziert der Konzern erschwingliche Mittelklassemodelle. Für gut betuchte Kunden fertigt man den Renault 40 CV, der in seiner Rennwagenversion in Mothléry den 24-Stunden-Weltrekord mit durchschnittlich 173,6 km/h locker gewinnt.
 
Der nächste Bestseller
 
Als 1940 deutsche Truppen Frankreich besetzten, rettet Renault sein Unternehmen mit dem Bau von Militärfahrzeugen. Parallel tüftelt er an einem Kleinwagen: Der 4CV, vorgestellt kurz nach Kriegsende, wird zum Bestseller. Ende der 1950er expandiert der inzwischen verstaatlichte Konzern. In die USA werden über 100.000 Fahrzeuge verkauft.
 
Mit dem kleinen, enorm vielseitigen Renault R4 folgt in den 1960er-Jahren der nächste Kassenschlager. Nebenbei mischen die Franzosen seit 1977 in der Formel 1 mit, und führen als Erste den Turbolader in der Königsklasse ein.
 
Erstmals rote Zahlen
 
Anfang der 1980er schreibt Renault zum ersten Mal in seiner Firmengeschichte rote Zahlen und geht unter anderem mit dem Espace in die Modelloffensive. Mit der strategischen Allianz mit Nissan, der Mehrheitsbeteiligung an Dacia und der Übernahme der Samsung-Autosparte gelingt 1999 endgültig der internationale Durchbruch. 7,28 Millionen Fahrzeuge hat der Renault-Nissan-Konzern 2010 weltweit verkauft.
 
 
Lesezeichen setzen bei: del.icio.us Mr. Wong Google Bookmarks Digg Facebook Twitter