Rover – bewegte Geschichte eines Automobilkonzerns

Rover – bewegte Geschichte eines Automobilkonzerns

Kaum eine Marke symbolisiert so sehr Aufstieg und Fall der britischen Automobilindustrie wie Rover. Geboren in England verteilt sich der Konzern inzwischen über die ganze Welt.

Es begann mit dem Fahrrad

Die Geschichte des britischen Autokonzerns aus Coventry beginnt mit einem Fahrrad. In den 1880er-Jahren revolutionieren die Engländer mit dem „Rover Safety Bicycle“ die Fahrradindustrie. Technisch ist das Bicycle den europäischen Hochrädern weit überlegen, und wird so zum Verkaufs- und Exportschlager.

Erst 1904 bringen die Briten ihr erstes Auto an den Start: den Rover 8. Als Antrieb dient dem Zweisitzer ein wassergekühlter Einzylinder, als Erfolgsgarant die verschienen Varianten. Rover bringt seinen 8 sowohl als Dreisitzer als auch mit verstärktem Chassis und größerem Bodenabstand auf den Markt.

Erster Rennwagen

1930 sorgt Rover mit seinem Light Sixt für eine Sensation: Ausgestattet mit einem Zweiliter-Reihensechszylinder schafft er 100 km/h Spitze und gewinnt als erstes Auto das legendäre Wettrennen gegen den französischen Schnellzug „Train Blue“ – mit stolzen 20 Minuten Vorsprung.

Bewegte Geschichte

Mit Ende des zweiten Weltkriegs müssen sich die Briten neu orientieren und entwickeln ein eigenes Allradfahrzeug – den Land Rover, bis in die 1970er Jahre ein absolutes Erfolgsmodell. 1963 folgt der 2000, der für seine innovative Sicherheitsausstattung zahlreiche Preise einheimst. Neu ist zum Beispiel die stark verkürzte Lenksäule, die beim Aufprall einfach nach oben abknickt.

Leider erweisen sich sowohl der 3500, als auch die Fließhecklimousine SD1 als Flopp. Schuld sind erhebliche Qualitäts- und Fertigungsmängel. Der Rover 3500 wird sogar zum „schlechtesten Neuwagen Englands“ gewählt. Die Leyland Motor Company – zum damaligen Zeitpunkt Mutterkonzern von Rover – muss Insolvenz anmelden und wird im Zuge dessen verstaatlicht.

Bayern-Ära

Erst Ende der 1980er wird der britische Autokonzern wieder privatisiert und firmiert ab sofort als „Rover Group“, unter deren Dach auch der Mini rangiert. 1994 dann der erneute Besitzerwechsel zu BMW. Die Bayern gehen mit dem Rover 75 an den Start, stoßen aber mit dem altbackenen Design auf wenig Gegenliebe.

Neu Gehversuche

Sechs Jahre nach der Übernahme wird der Konzern gesplittet: Land Rover geht an Ford, Mini bleibt in Deutschland, den Rest kauft ein britisches Konsortium. Letzteres versucht sich mit dem sportlichen MG Rover – mit mäßigem Erfolg. Ende vom Lied: MG wird vom chinesischen Hersteller Nanjing Automobile aufgekauft, Land Rover und Jaguar gehen 2008 an Tata Motors und fahren unter indischer Flagge endlich wieder Gewinn ein.
 

 
 
Lesezeichen setzen bei: del.icio.us Mr. Wong Google Bookmarks Digg Facebook Twitter