Saab – Kampfjets für die Straße

Saab – Kampfjets für die Straße
In seiner recht kurzen 60-jährigen Geschichte hat Saab Höhen und Tiefen durchlebt, nun geht der Blick hoffnungsvoll gen China.
 
Automobil-Ingenieure ohne Führerschein
 
1937 geht Saab im beschaulichen schwedischen Trollhättan an den Start, zunächst mit Kampfjets. 1940 startet die erste eigene Saab. Als jedoch mit Ende des Zweiten Weltkriegs naturgemäß die Nachfrage nach Militärflugzeugen sinkt, muss sich Saab umorientieren. Zunächst setzen die Schweden auf Boote, satteln aber recht schnell auf Automobile um.
 
Und da der einzige Konkurrent im Lande, Volvo, große Autos baut, konzentriert sich Saab auf ein kleines Mittelklassemodell. 1947 präsentiert der Automobilbauer seinen Prototypen, dessen stromlinienförmige Karosse deutlich die Verwandtschaft zum Kampfjet erkennen lässt. Kurioses Detail aus dieser Epoche der Firmengeschichte: Das Entwicklerteam besteht nur aus Luftfahrtingenieuren, die wenigsten von ihnen können Auto fahren.
 
Eindrucksvoller Start
 
1949 geht mit dem Saab 92 das erste Serienfahrzeug an den Start und wird just ein Erfolg. Der 92 ist weniger aerodynamisch gebaut und damit alltagstauglicher. Als Antrieb dient ein überarbeiteter Zweitakter aus dem Hause DKW mit stolzen 25 PS. Seine üppigen 15-Zoll-Räder sorgen zusammen mit dem reinen Vorderradantrieb für hervorragende Traktion auch auf winterlichen Straßen.
 
Ab Mitte der 1950er-Jahre folgt mit dem Saab 93 das erste Export-Fahrzeug. Vor allem US-amerikanische Kunden sind begeistert. Maßgeblicher Erfolgsfaktor ist das innovative Sicherheitskonzept: Bereits 1957 wird der 93 B mit Beckengurten, höher montierten Sitzen und Blinkleuchten satt Winkern ausgeliefert.
 
Erfolg auf der Rennstrecke
 
Auf den Rennpisten der Welt ist Saab seit seinem 92er heimisch; mit späteren Baureihen setzen die Schweden in Monte Carlo und in Le Mans ihre Erfolge kontinuierlich fort. Umso drastischer scheint 1980 der Schritt, als Saab sämtliche Rallye-Aktivitäten einstellt, um sechs Jahre später zurückzukehren und mit dem 9000 Turbo 16s und 1996 mit dem 900s neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen.
 
Hoffnungsvoller Blick ins Reich der Mitte
 
1968 fusioniert Saab mit Scania und wird nach und nach in den GM-Konzern integriert, bis die Amerikaner im Jahr 2000 das Unternehmen vollständig übernehmen. Was folgt, ist ein Auf und Ab, mehrfach steht Saab vor der Insolvenz. Werden vor der Weltwirtschaftkrise 2009 noch 125.000 Fahrzeuge ausgeliefert, sind es 2010 gerade mal 32.000.
 
GM verkauft das strauchelnde Tochterunternehmen Anfang 2010 an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker, doch auch der muss bei seinem chinesischen Mutterkonzern um finanzielle Unterstützung für Saab bitten. Nun blickt man hoffnungsvoll aufs Reich der Mitte.
 
 
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