Skoda – vom Zwei- zum Vierrad zum Volkswagen
1895 gründen der Buchhändler Vaclav Klement und der Fahrradmechaniker Vaclav Laurin im tschechischen Mlada Boleslav ihre Zweiradfabrik – die Geburtsstätte des Automobilkonzerns Skoda.
Fahrräder und Rennwagen
Das Geschäft mit den Zweirädern läuft für Laurin & Klement schleppend, zeitweise ist das örtliche Pfandleihhaus einziger Abnehmer. Erst 1905 präsentieren die beiden ihr erstes Auto, die „Voiturette“, holen Otto Hieronymus ins Team und entwickeln mit ihm den Rennwagen „Typ FCR“. Der feiert nicht nur Erfolge im Motorsport, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit betuchter Kundschaft auf Laurin & Klement.
Kriegsfolgen
Mit dem Ersten Weltkrieg kommt die Verpflichtung zur Rüstungsproduktion, mit Kriegsende die Wirtschaftskrise. Die angeschlagene Firma Laurin & Klement findet im Pilsener Maschinenbauer Skoda einen finanzstarken Partner. Sie produziert ihre Autos zunächst unter dem Namen „Laurin & Klement – Skoda“, später unter der gekürzten Variante „Skoda“.
Mit dem Namen ändert sich auch die Produktpalette. In den Fokus rückt eine breitere Kundschaft. Der preiswerte Kleinwagen Skoda Popular macht seinem Namen alle Ehre und sorgt für den Durchbruch auf dem Automobilmarkt. Doch der Erfolg währt nur kurz: Skoda wird 1939 mit dem Einmarsch der deutschen Truppen dem Hermann-Göhring-Werk unterstellt und wieder der Rüstungsproduktion verpflichtet.
Automobilproduktion in Zeiten des Kommunismus
Der nächste Einschnitt kommt mit der neuen, kommunistischen Regierung: Skoda wird verstaatlicht, das Innovationstempo drastisch gedrosselt und der Planwirtschaft angepasst. Zwar bringt Skoda noch einige Neuerungen auf den Markt, doch nach und nach verliert die Marke den Anschluss an westliche Standards.
Volkswagen-Ära
Mit Zusammenbruch des Ostblocks Anfang der 1990er-Jahre braucht die tschechische Regierung dringend einen starken Partner für Skoda und findet ihn in VW. 1994 rollt als erstes Modell der Volkswagen-Ära der Felicia vom Band. Obwohl der Kleinwagen gut ankommt, kann Skoda sein altes Ostblock-Image nicht abschüttelt. Das gelingt erst 1996 mit dem Mittelklassewagen Octavia.
Heute sind Octavia, Fabia und Superb feste Größen im hiesigen Stadtbild. Skoda hält in Deutschland einen Marktanteil von 4,5 %. Weltweit ist die Automobilmarke in mehr als 100 Ländern vertreten – und vor allem im osteuropäischen Raum bricht Skoda permanent neue Absatzrekorde. 2010 wurden über 760.000 Skodas an Kunden aus aller Welt übergeben.
Demnächst wird ein Kleinstwagen zum Einstiegspreis von 8.000 Euro die Modellpalette erweitern, geplant ist außerdem ein neues Modell, das die Lücke zwischen Fabia und Octavia schließt.