Seit 2008 führt Toyota die Spitze der internationalen Automobilhersteller an. Gestartet ist der Automobilkonzern mit Webstühlen, inzwischen setzt er im Bereich der Hybridkonzepte Benchmarks.
Von der Spinnmaschine zum Automobil
Selten beginnt die Geschichte großer Automobilkonzerne mit Automobilen, und so startete auch Toyota recht exotisch. Ursprünglich produziert Konzern-Urvater Sakichi Toyoda hölzerne Spinnmaschinen, später dann Webstühle. Doch Toyoda erkennt schnell die zunehmende Bedeutung des Automobilmarkts und verkauft die Patentrechte an seinen automatisierten Webstühlen 1929 nach England.
Vom Erlös baut Toyoda seine Automobilfabrik auf, fertigt zunächst Maschinen für die Automobilproduktion und schickt 1936 sein erstes Serienfahrzeug vom Band. Bereits ein Jahr später startet der neue Firmenableger als autarkes Unternehmen „Toyota Motor Corporation“.
Die Ölkrise als Sprungbrett
Im internationalen Automobilgeschäft wird Toyota anfangs belächelt. Erst als mit der Ölkrise in den 1970er-Jahren auch die betuchte Kundschaft auf kleinere, sparsame Modelle umsteigen muss, gelingt Toyota der Durchbruch. Als erster japanischer Automobilkonzern ist Toyota 1971 auf dem deutschen Markt präsent, zunächst mit dem Kompaktwagen Corolla 1211 Coupé, später mit dem Mittelklassemodell Carina.
Das Toyota-Prinzip
Wichtigster Erfolgsfaktor für den japanischen Autokonzern ist das attraktive Preis-Leitungsverhältnis. Die Formel dafür ist recht simpel: Produziert wird im Kundentakt, damit entfallen Lagerbestände und deren Verwaltung. Kosten werden reduziert. Hinzu kommen kurze Transportwege und ein optimierter Materialfluss in den Toyota-Fabriken. Das Effizienz-Konzept geht auf und wird in den 1980er-Jahren Vorbild für europäische und amerikanische Autobauer.
Technologievorsprung und USA-Fokus
Bereits 1997 kommt mit dem Prius der erste Hybrid aus Benzin- und Elektromotor auf den Markt, Toyota ist absoluter Vorreiter auf diesem Gebiet. Vor allem in den USA findet die Kundschaft Gefallen an alternativen Antriebskonzepten, und so verkauft Toyota seinen Shootingstar 955.000 Mal innerhalb von 14 Jahren. Konsequent richten die Japaner dann auch ihre Edelmarke Lexus speziell auf den US-Markt aus – mit Erfolg. Seit Markteinführung 1989 bringt kein anderer Hersteller so viele Fahrzeuge an die amerikanische Kundschaft, wie die Luxusmarke.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Gewinnt 2007 noch GM das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Toyota um den ersten Platz in der internationalen Rangliste der volumenstärksten Automobilproduzenten, kann Toyota 2008 einen klaren Sieg verbuchen: Fast neun Millionen Fahrzeuge verkaufen die Japaner. 2010 kriselt der Autokonzern, unter anderem machen klemmende Bremspedale den Japanern schwer zu schaffen. Es folgt eine Rückrufaktion, eine Entschuldigung und das Versprechen nach Besserung. Taktisch klug werden gleichzeitig neue, verbrauchsreduzierte Hybridtechnologien angekündigt. Man darf gespannt sein.