Porsche 911 – erprobt irgendwo in Afrika

Wann immer sich ein neuer Porsche 911 ankündigt, stockt der automobilen Welt für kurze Zeit der Atem. So war es immer, so wird es immer sein. Auch der neue Porsche 911, getestet am südlichsten Zipfel der Welt, sorgt für kurzen Atemstillstand.

Porsche 911 – erprobt irgendwo in Afrika

Herz unter Verschluss

Die wichtigste Änderung gleich zu Beginn: Sein Boxertriebwerk, Herz des Porsche 911, hält der Neue unter Verschluss. Statt der Motorhaube gibt’s am Heck nur noch eine Serviceklappe, das Triebwerk selbst ist hinter Abdeckungen versteckt. „Schuld“ ist die Aerodynamik und das neu entwickelte, breitere Heckkonstrukt mit ausfahrbarem Spoiler.
 
Testumgebung für die Besten
 
Erprobt wird der Porsche 911 unter anderem in den USA, Skandinavien, Deutschland. Und in Afrika. Auf dem schwarzen Kontinent ging es für den Porsche 911 von Kapstadt über Wellington bis in die Berge nördlich vom Wittebrug Natur Reservat. Rund ein halbes Jahr vor Verkaufsstart werden hier Fahrwerk, Dämpfer, Rad-Reifen-Kombis, Klimaanlagen, Antriebseinheiten und Verkleidungen auf Herz und Nieren geprüft. Parallel sind 50 bis 60 Prototypen des 911 im Testeinsatz.
 
Porsche schätzt die einsamen, anonymen Weiten Südafrikas und testet hier bereits seit zehn Jahren weitgehend unbehelligt von Erlkönigjägern die Fahrzeuge für den Neu- und Gebrauchtwagenmarkt. Beim neuen Porsche 911 gilt es, kleine Fehler auszumerzen. Zuletzt bereitete das große Schiebedach einige Probleme. Auch beim Befahren schlechter Straßen zeigte sich der Porsche 911 noch enorm holprig; die Windgeräusche müssen noch mal deutlich gedämpft werden.
 
Benchmark: hoch
 
Der inzwischen 4,49 Meter lange Porsche 911 hängt die Messlatte hoch, sowohl im Bereich Fahrleistung und Dynamik als auch mit seiner Effizienz. Bereits das Carrera-Basismodell liefert 3,4 Liter Hubraum und 350 PS. Bei 290 km/h hört der Flug auf.
 
Das etwas größere des Porsche 911, der Carrera S, knackt die 300 km/h-Marke: mit 3,8 Litern Hubraum und 400 PS. Dennoch soll er kaum mehr als neun Liter verbrauchen. Den Miniverbrauch verdankt er seinem Start-Stopp-System und der Segelfunktion beim Fahren ohne Gasannahme – beides serienmäßig. Und noch eine Besonderheit: Der Porsche 911 ist das erste Serienfahrzeug mit manuellem Siebengang-Getriebe.
 
Auf der Fahrbahn verhält sich der Porsche 911 dank neu entwickelter Wankkontrolle, Bilstein-Dämpfern und dynamischen Motorlagern, verfügbar mit dem Sport-Chrono-Paket, bravourös. Die Nordschleife des Nürburgrings schafft der neue Porsche 911 in 7,4 Sekunden. Benchmark.

 

 

Fazit

Innen wurde der Porsche 911 seinen größeren Brüdern angeglichen; der zehn Zentimeter längere Radstand steht ihm gut. Auch die Sitze wurden im Vergleich zum Vorgänger deutlich optimiert.
 
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