Ratgeber: Gebrauchtwagenkauf – Die Fahrzeug-Fahnder
Ein Steckbrief für jedes Auto am Markt gestaltet den Gebrauchtwagenkauf in den USA erheblich sicherer. Auch in Europa wird über die professionelle Erhebung von Fahrzeug-Daten diskutiert.
Der Wahrheit auf der Spur
Amerikanischer Standard
Fahrzeug-Biografien sind in den USA ein gängiger Service, um Betrugsfälle zu vermeiden. Private Unternehmen sammeln alle Daten amerikanischer Autos. Die Berichte geben Verbrauchern vor dem Gebrauchtwagenkauf Auskunft über die Zahl der Eigentümer, Instandsetzungen, Kilometer-Zahlen und Unfallschäden.
Kontrollverlust
Eine Münchnerin befindet sich mitten auf der Autobahn, als der Motor ihres Wagens versagt. Die US-Historie ergibt einen technischen Totalschaden. Das importierte Sport-Coupé hat nach dem Hurrikan Katrina über drei Wochen im Wasser gestanden. In den USA findet ein Fahrzeug mit dieser Geschichte keinen Käufer mehr. Der Händler verkauft das Sturmopfer über ein Gebrauchtwagen-Portal nach Europa.
Ein kundenfreundliches System
Unter dem Nahmen Carfax Europe GmbH etabliert sich derzeit ein auf Fahrzeug-Ermittlungen spezialisierter US-Dienstleister im europäischen Raum. Mit Hilfe der Identifikationsnummer wird gratis überprüft, wie viele Eingaben zu einem Gebrauchtwagen vorliegen. Bei Interesse erhält der Kunde kostenpflichtig die vollständige Vergangenheit seines Wunschautos. Auf deutschem Gebiet sind aus Datenschutz-Gründen nur Informationen über Importe aus den USA erlaubt. Einige Zulassungsstellen nutzten diesen Dienst bereits, um Problemfälle aus Übersee sofort aus dem Verkehr zu ziehen.
Aufklärungsarbeit in Europa
Schwarze Schafe beim Gebrauchtwagenkauf gibt es auch innerhalb europäischer Grenzen. Amtsstellen aus Italien und Schweden haben der Carfax Europe GmbH ihre Auto-Daten zur Verfügung gestellt. Der Dienstleister findet circa 3.500 geraubte oder ausrangierte italienische Fahrzeuge im schwedischen Gebrauchtwagen-Sortiment wieder. Als Reaktion erlaubt das Königreich mittlerweile den Zugriff auf alle Biografien. Auch Slowenien folgt diesem Beispiel.
Sicherheit für Käufer und Händler
Die Carfax-Leiter Christian Schmitz und Frank Brüggink erwarten aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte in Deutschland weit mehr verdächtige Fahrzeuge. Datenschützer beruhigt die Firma mit dem Hinweis, dass ihre Sammlungen keine Rückschlüsse auf einzelne Personen erlauben. Auch um politische Zustimmung bemühen sich die Unternehmer. Sie argumentieren damit, dass der Gebrauchtwagenkauf nicht nur für die Kunden durchsichtiger wird. Auch seriöse Händler erhalten durch wahrheitsgemäße Angaben ein gefragtes Gütezeichen.